Nationalmannschaft  -  Reportage WGC 2010 Prievidza (SLO)  -  Newsletter

    Standard - / Club - / World - Klasse     04. Juli - 17. Juli 2010

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Ziel erreicht
dg / 17.07.10 Man kann sagen: Ein erfolgreicher Tag. So viel ich weiss zum ersten und letzten Mal keine Aussenlandungen und ein sensationeller 111er-Schnitt von René und Stefan. Ein kleiner Haken bleibt: Die Besten haben heute einen 125er-Schnitt geflogen, so bleibt uns der 20. und der 21. Tagesrang und, sofern nichts mehr ändert, der 25. Schlussrang für Stefan, dicht gefolgt von René auf dem 26. Schlussrang. Auch wenn dieses Resultat nicht den Erwartungen entspricht, die sich unsere Piloten selbst gesetzt haben, bin ich doch stolz, dass sie der Sicherheit Vorrang gegeben und immer vernünftige Entscheidungen getroffen haben, auch wenn dies oftmals Punkte gekostet hat. Man kann noch so viele Punkte haben, ein Menschenleben kann man sich damit nicht kaufen.
In diesem Sinne danke ich allen, welche meine Reportage gelesen haben, auch all jenen, welche mir Feedback gegeben haben und verabschiede mich hiermit. Ich muss dringend unter die Dusche, die 37°C und all den Staub und die harte Arbeit abwaschen, damit ich dann einigermassen etwas hergebe an der Abschlussfeier. Beweisfotos gibt's von mir keine, aber wie ich die Organisatoren kenne, werden sie sicherlich Material sammeln und auf die Homepage stellen. Have fun, drink water and fly safely (Briefingzitat der Organisatoren des 31st FAI World Gliding Championship)


Fliegerweitwurf
dg / 17.07.10 Wenn schon aussenlanden, dann richtig. Durch wunderschöne Landschaften bin ich gestern gefahren, habe Wälder, Burgen und Kirchen gesehen, als ich Stefan in der Nähe von Nitra abholen ging. Ein prächtiges Feld, Agrarflugplatz, mit direktem Anschluss an die Strasse - besser geht's nicht. René hat sich ein Feld gleich um die Ecke, 10km näher von Prievidza, ausgesucht - ebenfalls mit Strassenanschluss aber auch mit hartnäckigen Getreidestoppeln.
Aussenlanden war aber gestern nicht allzuschlimm, 97 Flieger aller Klassen haben den Task nicht beenden können aufgrund auftretender oder anhaltender Niederschläge oder sogar Gewitter. Daher wurde heute morgen im Briefing auch der Task Setter mittels mittelalterlichem Henker zu 29 Peitschenschlägen verurteilt, was auch gleich ausgeführt wurde. Die Stimmung ist am heutigen, letzten Tag recht heiter, mitunter auch, weil die Deutsche Mannschaft Nachwuchs verzeichnen darf: der Teamcaptain Uli Gmelin ist seit gestern Abend stolzer Vater eines kleinen Piloten, Fin Gmelin. Wir gratulieren der frisch gebackenen Familie!


Regen ja, Abkühlung nein
dg / 16.07.10 Die Schweizer haben's geschafft! Endlich haben sie einmal den Funk weggeräumt, bevor sich der Regen darüber ergiesst und sich das Team Österreich rettend einschalten muss! Und geflogen sind sie gestern auch noch gut. Es war schwieriges Wetter und für ein Mal gingen die Entscheidungen im Flug nicht in die Hose - Stefan hat sogar die meisten Favoriten hinter sich gelassen und René hat immerhin noch die Tschechen überholt. Die Tagesrangliste zeigt, dass die gewohnte Ordnung über den Haufen geworfen wurde und die sonstigen Cracks sich im Wetter verschätzt haben müssen. Hoffen wir also, dass für den heutigen AAT-Task das Wetter ähnlich sein wird und unsere beiden Herren noch ein paar Plätze gutmachen können. Ich für meinen Teil gehe jetzt ausnahmsweise nicht in die Massage, sondern zu den Österreichern in den Swimming Pool.


Ohne Worte...


Wurm drin
dg / 15.07.10 Wir üben uns in Resignation. Was René jeden Tag an Plätzen gutmacht, schlägt es Stefan weiter nach hinten. Es bleibt uns nichts weiter, als dies tapfer zu ertragen und jeden Tag ein Quäntchen Motivation zusammenzukramen und weiterhin das Beste zu geben. Fair und sportlich zu verlieren ist eine Qualität, welche hier nicht alle zu pflegen scheinen, leider. Wir hoffen weiterhin auf drei unfallfreie Tage und faires Fliegen.


Von Mücken am Fuss und Mücken am Flügel
dg / 14.07.10 Seit vier Tagen wird mir nun erklärt, dass der Zug abgefahren ist. Selbst ich, meinerseits unverbesserliche Optimistin, hab's nun glaub ich begriffen. Nach der gestrigen Aussenlandung auf dem Flugplatz Martin des gesamten Schweizer Teams sind jegliche Erwartungen gegroundet. Wir sind dementsprechend nicht gerade in Partystimmung.
Auf die Stimmung drückt weiterhin auch die Hitze (die angekündigte Kaltfront hat den Weg zu uns nicht gefunden) und vor allem die zunehmend aggressiven Mücken, welche mit Vorliebe auf meine Füsse losgehen, wenn ich lieber schlafen würde. Mücken gibt es aber auch am Tag und zwar in der Luft und nicht gerade wenige. Wer keinen Mückenputzer installiert hat, sollte sich keine grossen Hoffnungen auf ein gutes Resultat machen. Jede Bodencrew kann sich glücklich schätzen, wenn der Pilot so nett ist und vor der Landung noch schnell "mückenputzert" - man muss dann weniger schrubben.


Rund um die Welt an einem Abend
dg / 13.07.10 Schweissgebadet und sehnsüchtig warte ich auf die angekündigte Kaltfront, welche von Tschechien her gegen Abend zu uns kommen soll. Die Hitze setzt den meisten, ausser wohl den Australiern, mächtig zu: Heute Morgen beim Briefing wurde nur mit mässiger Begeisterung geklatscht, ja nicht die Zeit, welche man in dem stickigen Hangar verbringen muss, zu verlängern. Es könnte auch gut möglich sein, dass der gestrige Länder-Abend einen grossen Teil zu der Erschöpfung beigetragen hat. An verschiedenen Ständen konnte man länderspezifische Köstlichkeiten testen, darunter auch Zahlreiche flüssiger Gestalt. Es ist mir zu Ohren gekommen, dass gewisse Nationen erst um drei Uhr morgens nach Hausge gegangen sind...
Der Abend war wirklich ein voller Erfolg, auch für uns: Die drei Kilo Käse, welche wir mitgebracht hatten, waren innert kürzester Zeit weg und noch heute Morgen beim Wägen der Flieger war die Crew der Gastgeber begeistert. Der Erfolg in der Luft hielt sich leider in Grenzen. Wenn man Stefan auf der Tagesrangliste finden will, muss man schon ganz nach unten scrollen. Mittlerweilen weiss ich besser, wann man wieviele Punkte verliert, als für welche Leistungen man Punkte gewinnt.
René konnte sich gegen Schluss noch von Stefan absetzen und hat den Racing Task ganze 18 Minuten schneller gemeistert, was ihm einen 16. Tagesrang einbrachte.
Auf der Gesamtrangliste heisst dies immer noch gutes Mittelfeld, wobei ich mir da immer erklären lassen muss, dass es nicht auf den Rang sondern auf die Punkte ankommt.
Wer Google Earth installiert und zuviel Zeit hat, kann mittels "Competition Monitor" die Flieger der Standard-Klasse live mitverfolgen. René hat auch einen Tracker mitgekriegt und gleich vorher habe ich ihn am Flatscreen im Restaurant, wo die Übertragung noch live kommentiert wird, ausgemacht. Spannende Sache!


Wenn Vorurteile zutreffen
dg / 12.07.10 37°C am Schatten und trotzdem war die Stimmung gestern nahe beim Gefrierpunkt. Die beiden Schweizer Piloten sind gar nicht zufrieden mit ihrer Leistung. Fast als letzte haben sie die Ziellinie überquert. "Geflogen wie Anfänger, die anderen haben uns anders abgetrocknet, der Zug ist abgefahren...", da helfen alle Motivationsversuche der Bodencrew, welche sich natürlich freut, dass sie nicht ausrücken musste, nicht. Zu den verlorenen Punkten kommen noch 20 Strafpunkte, weil der Logger von Stefan nicht richtig programmiert war. Das ärgert, verständlicherweise. Auch sind wir alle vier langsam ein bisschen müde und im Wettbewerbstief angelangt - wenn alle immer alles machen und an alles denken müssen, kann das ganz schön anstrengend sein (besonders bei diesen Temperaturen). So haben wir also das Vorurteil, Schweizer seien langsam, bestätigt.
Um dieses Tief in Aufwind umzuwandeln, habe ich gestern noch ein Maskottchen gekauft, ein mobiler Trainer sozusagen, welcher Stefan heute auf dem Flug begleitet und ihm Tipps gibt. Es dürfte nämlich heute wieder schwierig werden, wenn ich so raus schaue. Bereits vor einer Stunde hat man die ersten Donner gehört, die Piloten haben von Blitzen erzählt, es wird heute den Prognosen zufolge ziemlich früh überentwickeln.
In der Zwischenzeit sitze ich im Restaurant und schreibe, während Ingrid die ersten Vorbereitungen für den heutigen Länderabend trifft und Einkaufen geht. Wir freuen uns, den regen Austausch mit den anderen Teams fortzusetzen und Bande der Freundschaft zu knüpfen.


Das gemütliche Restaurant mit den sensationellen Preisen



Der für den Wettbewerb
zugelassene Luftraum


Safety, Safety, Safety
dg / 11.07.10 Es kann scheinbar nicht genügend wiederholt werden: die Organisatoren mussten leider heute schon wieder darauf hinweisen, dass die Piloten bitte mehr Wert auf die Sicherheit als auf's Punkte gewinnen legen sollen. Ich bin sehr froh, dass das Schweizer Team die letzten Tage immer mit genügend Reserven geflogen ist. Das hat auch gestern dazu verholfen, dass beide den Weg nach Hause gefunden haben (im Gegensatz zu 26 anderen Standardpiloten) und so auch einige Punkte gutgemacht haben. So hat sich Stefan in die Top Ten vorgekämpft und René hat ganze fünf Ränge gutgemacht.
Der heutige Racing Task ist wider Erwarten nur 368,7km. Es wird also heute keine Massage für die Bodencrew geben. Aber wir sind ja noch ganz entspannt von gestern und sowieso müssen wir mal wieder bei den Österreichern vorbei und gratulieren; Die haben gestern mächtig abgeräumt.


Es geht weiter
dg / 10.07.10 Ein heftiger Ruck ging vorgestern durch die Wettbewerbsgemeinde. Wir haben alle den gestrigen, auf Wunsch des Russischen Teams neutralisierten Tag genutzt, um in uns zu gehen.
Die Organisatoren haben noch einen Zacken zugelegt und überall Safetyplakate aufgehängt und das Briefing ein wenig umgestellt, so dass die Safety-Vorträge am Schluss sind und besser im Kopf bleiben. Schlussendlich ist es aber immer im Ermessen jedes einzelnen Piloten, wie viel Risiko eingegangen wird. Wie die Stimmung in der Luft genau ist, kann ich nur aus Erzählungen weitergeben. Was ich aber sicher weiss, ist, dass die Stimmung am Boden mit den verschiedenen Teams untereinander sehr, sehr angenehm und freundschaftlich ist - man achtet aufeinander, hilft sich gegenseitig und hat auch mal Zeit auf ein kleines Schwätzchen. Ich wünsche mir, dass die Piloten diese Stimmung heute und für den Rest des Wettbewerbs mitnehmen können.


Schweizer wohlauf!
dg / 08.07.10 Gemäss offizieller Mitteilung der WGC-Organisation von heute Abend ist leider heute Nachmittag ein tödlicher Unfall passiert. Wir möchten euch mitteilen, dass das Schweizerteam sicher in Prievidza gelandet ist und alle wohlauf sind.


Endlich mal Zeit für uns
dg / 08.07.10 Anderthalb Stunden sind vergangen seit dem ersten Start und nun sind alle 106 Flugzeuge der drei Klassen irgendwo rund um den Flugplatz platziert, sind schon losgeflogen oder warten auf die Freigabe der Startlinie. Heute gilt es für René und Stefan einen Racingtask zu absolvieren, das heisst konkret, die vorgegebenen Wendepunkte so schnell wie möglich abzufliegen und selbstverständlich wieder zurück nach Prievidza zu kommen (wobei die Aktion von "V" gestern gezeigt hat, dass man, dank des Zielrings, auch direkt auf der Ziellinie landen kann und trotzdem noch Tageszweiter wird. Eine Verwarnung hat er natürlich trotzdem gekriegt).
Für die Bodencrews heisst dies, endlich einmal mehr Zeit zum Verschnaufen - die 400km werden wohl zirka 3,5 Stunden in Anspruch nehmen. Wir hoffen natürlich, dass heute beide Schweizer heil nach Hause kommen.
Ich möchte noch einmal auf die täglich produzierten Videos hinweisen. Sie vermitteln einen treffenden Eindruck vom regen Treiben auf dem Flugplatz, vor und nach dem Task. Für die Fotoliebhaber sind täglich mehrere Fotografen unterwegs, welche ihre Bilder hier publizieren. Ein Blick darauf lohnt sich.


Das war wohl nix
dg / 08.07.10 Das mit dem Kaffee bei unseren Nachbarn hat aber total nicht geklappt. Just als wir zum Zelt steuerten, klingelte bei Ingrid das Telefon - Rückholaktion. Zum Glück konnte sie der Rückholmannschaft von KS nachfahren, welche zum selben Feld musste.
Team ST hat dann halt alleine weggeräumt, etwa eine Stunde auf die Pizza gewartet und schon wieder den Funk vergessen, welcher jetzt sicherlich wieder bei den Österreichern steht. Auf einen neuen Versuch!


Winter oder was?
dg / 07.07.10 Uns sind auf dem Grid fast die Glieder abgefroren. Mindestens fünf Mal wurde der Start nach hinten verschoben und irgendwann wurde beschlossen, die World Class wieder einzupacken, weil die sonst noch Schaden nehmen bei diesem 35er Nordwind:
So wurde dann zuerst die Clubklasse hochgeschickt. Wenn die oben bleiben, kann man getrost auch die Standardklasse hochschleppen.
Langsam sind wir wieder am Aufwärmen, die Sonne hat sich gerade eben wieder zurückgemeldet, und werden wohl bald das nette Angebot unserer Nachbarn, der Österreicher, annehmen und in Ihrem Zelt einen Kaffee trinken gehen. Weil se so lustig aussehn, die Schweizer.


Lass Dich überraschen...
dg / 07.07.10 Warten auf das Omelett. Das Briefing wurde von 10 auf 11 Uhr verschoben und so sitzen wir also im Restaurant und lassen uns zu unglaublichen Preisen kulinarisch verwöhnen (eine Mahlzeit gibt's hier schon für 4 Euro!). Das Wetter scheint heute eigentlich mehr für Thermen zu sprechen als gestern, als wir bei strahlendem Sonnenschein im leicht kommunistisch anmutenden Bad unsere Glieder entspannten. Nach Rückseitenwetter sieht's noch nicht aus momentan, die Schwalben fliegen noch tief und kalt ist's auch, mit einem ziemlich strengen Wind. Beim Aufgriden haben wir sogar ein paar Tropfen erwischt, weshalb nun die Flieger im Pyjama auf dem Platz stehen. Wir lassen uns überraschen - in einer halben Stunde...


Hauptsache heimkommen
dg / 06.07.10 Es war eine spannende Sache gestern. Mit flatternden Nerven sassen Ingrid und ich vor dem Funk und haben auf den erlösenden Funkspruch gewartet:"Endanflug!" Neben unserer Funkstation fuhren ständig Anhänger vorbei - das macht das Warten auch nicht leichter. Aber natürlich kehrten zuerst Stefan und dann auch noch René sicher nach Prievidza zurück. Stefan konnte einiges wieder gut machen, was er am Vortag verloren hatte. Nur René musste ein, zwei Mal ein bisschen länger basteln und hat dadurch Zeit eingebüsst. Für die Gesamtrangliste bedeutet dies rund 200 Punkte Abstand zum Erstplatzierten und der 17. Zwischenrang für René, dicht gefolgt von Stefan auf dem 20.
Heute wird nicht geflogen, es zieht momentan eine Kaltfront von Westen über's Land. Aufgestellt wurde trotzdem heute Morgen, einfach, weil's so schön ist und so viel Spass macht. Bei strahlendem Sonnenschein sind wir ins Briefing und als wir wieder raus kamen, war der Himmel bedeckt und erste Regentropfen waren zu spüren. Sofort wurde neutralisiert und da ging natürlich die Hektik los - von allen Seiten fuhren Autos mit und ohne Flieger, mit und ohne Anhänger nach allen Seiten. Team Schweiz hat ganze Arbeit geleistet und die Flieger rechtzeitig verstaut - wenn es dafür Punkte gäbe, hätten wir garantiert den Tagessieg errungen.
Nun denken wir darüber nach, ob wir in eines der zahlreichenThermalbäder gehen sollen - ein bisschen Entspannung tut sicher gut. Und heute Abend haben die Organisatoren einen Social Event angekündigt, an welchem wir wohl ein bisschen networken werden. Für alle, welche auch ein bisschen WM-Luft schnuppern möchten, kann ich die Video-Page der offiziellen WM-Site empfehlen. Die Tagesvideos werden jeweils auch im Briefing gezeigt - sie geben sich wirklich sehr Mühe.


   
xxx


Erste Bilder!
dg / 05.07.10 Es ist ein spannender Task, ich sitze da am Funk und fiebere mit den Jungs mit, während im Fünf-Minuten-Takt die Anhänger ausschwärmen, um aussengelandete Piloten einzusammeln. Ich hoffe schwer, dass ich heute gemütlich auf dem Flugplatz bleiben kann, denn ich habe es endlich geschafft, ein paar Fotos bereit zu stellen, welche ich euch natürlich nicht vorenthalten möchte...


Neuer Tag, neues Glück
dg / 05.07.10 Ich komme direkt aus dem Briefing, welches jeweils in einem riesigen Hangar, mit Teppich und Blumen geschmückt und inklusive Kaffeestand, stattfindet. Leider musste gestern schon der erste Zwischenfall verzeichnet werden: eine Kollision beim Eindrehen in den Pulk. Beide Flugzeuge wurden beschädigt, den Piloten ist glücklicherweise nichts passiert. Der Schwedische Pilot wurde für die nächsten drei Tage disqualifiziert, aufgrund gefährlicher Flugmanöver. Einige Piloten wurden verwarnt, das Schweizer Team ist aber nicht dabei und wird auch weiterhin auf der sicheren Seite fliegen.
Das Wetter heute ist, wie gestern angedeutet, labiler als gestern, gegen Nachmittag können sich vermehrt Gewitter bilden. Der Task kann, für wen's interessiert, hier eingesehen werden. Ich wünsche den beiden Jungs viel Glück!


Es geht, es geht nicht, es geht, es geht nicht...
dg / 04.07.10 Am Abend in der Flugplatzbeiz sind sich alle einig: es hätte auch anders und man hätte dort auch und weiter vorne hat man Glück gehabt und erstaunlich, dass der Tschechische Favorit aussengelandet ist. Es war keine leichte Sache: bis spät in den Nachmittag haben 6/8 Cirren den Himmel überdeckt und es war niemandem so ganz klar, ob sie sich verziehen oder auflösen würden. Der ursprünglich ausgeschriebene Task wurde dann auch kurz vor Start mit Task B ersetzt. René hat diesen Task erfolgreich umgesetzt, war zur richtigen Zeit am richtigen Ort und hat sich einen 9. Rang erkämpft. Stefan war zwar zur gleichen Zeit am fast gleichen Ort aber irgendwie hat's bei ihm nicht ganz so geklappt und so ist er zwar wieder heimgekehrt, doch leider mit einem nicht so guten Schnitt. Die 219 verlorenen Punkte auf den Erstplatzierten sind aber nicht alle Welt und wieder gut zu machen. Die offiziellen Resultate können jeweils auch hier eingesehen werden.
Für morgen dürfte es etwas labiler werden mit mehr Überentwicklungen. Wir gehen zuversichtlich an den neuen Task heran.


Von Adlern, Gespenster und sonstigem Geflügel
dg / 04.07.10 Gemütlich sitzen wir nun unter dem Sonnenschirm und nutzen das W-LAN des Campingplatzes auf dem Flugplatz. Die Stimmung ist gut, die Startlinie geht bald auf und dann gilt es ernst, zumindest für die beiden Herren des Schweizer Teams (die Damen dürfen sich sonnen). Ich hoffe schwer, sie fliegen nicht so tief in der Gegend rum wie gestern die Flugzeuge der zahlreichen Vorführungen an der Eröffnungsfeier. YAK, Zlin, Schmelak, alles wurde ausgeflogen. Sich selbst übertroffen haben die Organisatoren aber bei der Auswahl der Location für das Abendessen.
Nahe des Flugplatzes ist ein Dorf, Bojnice, wo auch wir unser Appartment haben. In diesem Dorf steht eine Burg; Dort wurden wir reichlich bekocht und unterhalten: Zigeuner haben Flugvorführungen mit Falken durchgeführt und bei der Führung durch die Burg haben zahlreiche Gespenster ihr Unwesen getrieben. Ein gelungener Abend!


Jetzt ist später
dg / 03.07.10 Gestern um zwei Uhr morgens, als wir endlich nach Hause gekommen sind, war ich ehrlich gesagt zu müde, um mich in irgend einer Form zu den Leistungen des letzten Trainingstages zu äussern. Nun sind wir aber nicht so spät von einer Aussenlandung heimgekehrt. Jedenfalls nicht direkt. Vielmehr haben wir Ingrid Stirnimann, unseren Teamcaptain, um halb elf abends am Flughafen in Wien in Empfang genommen. Zuvor mussten wir aber noch irgendwo im nirgendwo den Stefan aus einem Rübenfeld fischen, und so haben wir beschlossen, den Anhänger im auf dem Weg liegenden Partizanske (wo momentan die Juniorenmeisterschaften der Slowakei ausgetragen werden) zwischenzulagern, nach Wien zu fahren und ihn auf der Rückreise wieder abzuholen.
Die Gegner sind nun also verwirrt: einmal Task nicht begonnen, einmal Task nicht fertig geflogen und heute bei der Eröffnungszeremonie hat der Ansager glatt die Schweiz ausgelassen und später doch noch ausgerufen. So sind wir mehr oder weniger incognito unterwegs und können aus dem Hinterhalt mit Überraschungseffekt auf die vorderen Ränge preschen. Es kann los gehen, wir sind bereit!


Aus aktuellem Anlass
dg / 03.07.10 Rund 1000 Kilometer trennen uns von der Trauergemeinde, welche momentan von Tobias Ender Abschied nimmt. Trotz dieser Entfernung sind wir in Gedanken bei Euch. Wir werden Tobias als aufgestellten und immer fröhlichen, jungen Mann in Erinnerung behalten. Allen Trauernden wünschen wir viel Kraft, um den Schmerz zu ertragen und die Faszination an diesem Hobby, welche einem nicht mehr loslässt, zu verstehen.


Wie man zum Fotoapparat-am-Gurt-Träger wird
dg / 02.07.10 123.40. Das ist die uns zugewiesene Funkfrequenz. Und die teilen wir uns mit den Österreichern und den Deutschen. Super, mag man denken, beheimatet doch Deutschland den amtierenden Europameister und sind ebendiese bekanntermassen mit einem riesigen Team von Meteorologen, Coaches und Piloten angereist. Von denen kann man sicher etwas abkupfern. Wenn sie denn über Funk kommunizieren. Und eben da kommt der Haken: ja, sie kommunizieren. Und wie! Ein stetig hin und her Geschwatze. Nur den Meister selbst habe ich noch nie gehört. Na ja, eigentlich ist es ja noch ganz schön, wenn man per Funk ein wenig unterhalten wird – sobald die Jungs gestartet sind, wird’s nämlich ganz schön ruhig, schon fast zu ruhig. Bevor es aber soweit ist, rennt man etliche Male auf dem Flugplatz hin und her: Flieger montieren, Wasser einfüllen, Briefing, Startplatz einnehmen, Trinkflasche vergessen, Flügel abgeben, Material zusammensammeln. Es kann also ziemlich hektisch sein. Vor allem, weil die Organisatoren alle Register gezogen haben und ständig Warbirds über den Platz düsen. Davon wird man erstens abgelenkt: mein Kopf hat eine coole-Flieger-nachschauen-Funktion eingebaut. Nichts zu machen. Zweitens will man ja nicht egoistisch sein und den Daheimgebliebenen etwas vorenthalten und so passiert’s dann halt, dass man sicher im richtigen Zeitpunkt den Fotoapparat im Auto hat und das steht irgendwo am anderen Ende des Flugplatzes. Da hilft nur eins: Fotoapparat an den Gurt (und wenn ich dann rausgefunden habe, wie ich die SD-Card zum Laufen bringe, gibt’s dann auch Beweisfotos...) und hoffen, dass man dann eine Hand frei hat, wenn’s wieder soweit ist.
Soviel zur Live-Berichterstattung, mehr zu den Leistungen von KC (René Schneebeli) und ST (Stefan Leutenegger) gibt’s später.


Vom spannenden Kampf gegen die Zeit
dg / 01.07.10 Estimated arrival time laut Navigationssystem: 21:00 Uhr. Leider kann man sich auf die heutige Technik nicht verlassen, besser gesagt, dem Leben ist es egal, wann dieser kleine Bildschirm unsere Ankunft plant. Und so wurde das Team Leutenegger zuerst durch sieben farbige Kabel und später durch die slowakische Polizei daran gehindert, pünktlich mit Team Schneebeli zusammenzutreffen und das wohnliche Appartment in Augenschein zu nehmen. Wunderlich, was man in einem Land, in welchem die meisten Strassen einem daran hindern, schneller als 40km/h zu fahren, alles nicht darf. Und wie reichlich der Staat entlöhnt wird, wenn man es trotzdem tut.
Nichtsdestotrotz oder gad deshalb haben sich unsere beiden Piloten heute ins Flugzeug gesetzt um zu erfahren, was in der Luft so alles erlaubt ist. Thermisch war es ziemlich heimtückisch, was auch der Meteochef morgens beim Briefing deutlich gemacht hat: Gewitterneigung = sehr gross. Glücklicherweise haben beide den Heimweg wieder gefunden und ich schicke die beiden jetzt ins Bett, damit morgen ein zweites Mal geübt werden kann, bevor's dann richtig losgeht.


Die lange Reise in ein fernes Land
dg / 28.06.10. Die Koffer sind gepackt, die Anhänger bereit, das kleine Schweizerteam macht sich auf den Weg in die Slowakei, wo diese Woche Trainingsflüge und anschliessend die WM stattfindet. Pünktlich zum Wettbewerb hat sich auch der Sommer gemeldet. Wir hoffen auf eine unfallfreie, erfolgreiche Zeit.


Weltmeisterschaften in Prievidza (Slovakei)  
is / 23.06.2010. Das Programm bis zum Start am 04. Juli 2010 ist wie folgt:
30. Juni - 02. Juli       :  Offizielles Training
03. Juli                     :  Eröffnungszeremonie
04. Juli - 17. Juli        :  Wettbewerb.


Das SchweizerTeam an der Segelflug WM 2010 in Prievidza:
Standard Klasse
-  Stefan Leutenegger
-  René Schneebeli
Keine Schweizer Beteiligung in der Club- und World-Klasse
Team Coach: Ingrid Stirnimann